Mit Boey® (TrenibotulinumtoxinE), dem von Allergan Aesthetics (einem Unternehmen von AbbVie) entwickelten Botulinumtoxin vom Typ E, steht seit 2026 eine neue Möglichkeit zur gezielten Behandlung mimischer Falten zur Verfügung. Während in der ästhetischen Medizin bislang nahezu ausschließlich Botulinumtoxin Typ A eingesetzt wurde, zeichnet sich Typ E insbesondere durch einen schnellen Wirkungseintritt und eine vergleichsweise kurze Wirkdauer aus.
Damit eröffnet Boey® eine interessante Behandlungsoption für Patientinnen und Patienten, die Botulinumtoxin zunächst kennenlernen möchten oder bewusst keine über mehrere Monate anhaltende Muskelentspannung wünschen. Die kürzere Wirkungsdauer ermöglicht eine zeitlich begrenzte Faltenbehandlung und bietet damit eine Alternative zu den länger wirksamen Präparaten vom Typ A.
Botulinumtoxin Typ E gehört wie das bekannte Botulinumtoxin Typ A zur Gruppe der Botulinum-Neurotoxine. Der Wirkstoff des in Europa zugelassenen Präparates Boey® heißt Trenibotulinumtoxin E.
Das Grundprinzip ähnelt dem klassischen Botulinumtoxin: Die Freisetzung des Botenstoffes Acetylcholin an der Verbindung zwischen Nerv und Muskel wird vorübergehend gehemmt. Dadurch reduziert sich die Aktivität des behandelten Muskels und mimisch bedingte Falten können sichtbar geglättet werden.
Der entscheidende Unterschied liegt im zeitlichen Wirkprofil.
Botulinumtoxin Typ E wurde speziell aufgrund seines frühen Wirkungseintritts bei gleichzeitig begrenzter Wirkungsdauer entwickelt.
Erste Veränderungen können bereits innerhalb kurzer Zeit nach der Behandlung wahrnehmbar sein. Die maximale Wirkung wird typischerweise innerhalb der ersten Woche erreicht. Anschließend lässt die Wirkung vergleichsweise schnell wieder nach.
Damit unterscheidet sich Typ E deutlich von Botulinumtoxin Typ A, dessen Wirkung üblicherweise über mehrere Monate bestehen kann.
Bei der Wahl zwischen Botulinumtoxin Typ A und dem neueren Typ E steht vor allem der Faktor Zeit im Vordergrund. Während der etablierte Typ A (bekannt durch Marken wie Botox oder Botox Cosmetic) für seine lang anhaltende Wirkung von drei bis sechs Monaten geschätzt wird, zeichnet sich Typ E durch einen extrem schnellen Wirkeintritt und eine kurze Dauer von nur wenigen Tagen bis Wochen aus.
Welche Variante sinnvoller ist, hängt daher weniger von einem „besser oder schlechter“ als vielmehr vom individuellen Behandlungsziel ab.
Die derzeit zugelassene ästhetische Anwendung von Trenibotulinumtoxin E betrifft mittelstarke bis starke Glabellafalten, also die senkrechten Falten zwischen den Augenbrauen.
Diese entstehen vor allem durch die wiederholte Aktivität der dort befindlichen mimischen Muskulatur. Beim konzentrierten Blick oder Zusammenziehen der Augenbrauen wird die Haut immer wieder gefaltet. Mit zunehmendem Alter können diese Linien schließlich auch im entspannten Gesicht sichtbar bleiben.
Durch die gezielte Injektion von Botulinumtoxin Typ E wird die Aktivität der verantwortlichen Muskulatur vorübergehend reduziert. Die Haut wird weniger stark zusammengezogen und die Zornesfalte kann dadurch weicher erscheinen.
Ziel ist dabei keine vollständige Veränderung der Gesichtsmimik, sondern eine individuell dosierte Entspannung der Muskulatur.
Die kurze Wirkdauer schafft ein Behandlungsprofil, das sich deutlich vom klassischen Botulinumtoxin unterscheidet.
Interessant kann Typ E insbesondere für Menschen sein, die:
Gerade für Patientinnen und Patienten, die einer klassischen Botulinumtoxin-Behandlung aufgrund der langen Wirkungsdauer bislang zurückhaltend gegenüberstanden, kann dieses Wirkprofil interessant sein.
Umgangssprachlich lässt sich Typ E durchaus als eine Art „Botulinumtoxin zum Kennenlernen“ beschreiben.
Wer noch nie Botulinumtoxin verwendet hat, fragt sich häufig: Wie verändert sich meine Mimik? Gefällt mir der entspanntere Ausdruck? Fühlt sich die Behandlung für mich natürlich an?
Bei Typ A muss berücksichtigt werden, dass die Wirkung nach Eintritt nicht unmittelbar rückgängig gemacht werden kann und normalerweise mehrere Monate anhält.
Typ E bietet aufgrund seiner kürzeren Wirkdauer einen anderen Ansatz. Die Wirkung ist von Beginn an zeitlich begrenzter. Dadurch kann die Behandlung insbesondere für Menschen interessant sein, die sich zunächst vorsichtig an eine Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin herantasten möchten.
Der schnelle Wirkungseintritt macht Botulinumtoxin Typ E grundsätzlich auch für Patienten interessant, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt ein frischeres oder entspannteres Erscheinungsbild wünschen.
Das können beispielsweise eine Hochzeit, eine größere Feier, ein Fotoshooting oder ein anderer persönlicher Anlass sein.
Allerdings sollte eine ästhetische Injektionsbehandlung nicht unmittelbar vor einem wichtigen Termin geplant werden. Auch bei Botulinumtoxin Typ E können vorübergehende Reaktionen an den Einstichstellen oder unerwünschte Effekte auftreten. Der genaue Zeitpunkt sollte deshalb gemeinsam mit dem behandelnden Arzt festgelegt werden.
Aufgrund des besonderen Wirkprofils wird Botulinumtoxin Typ E wissenschaftlich auch für weitere ästhetische und medizinische Anwendungen untersucht.
Von besonderem Interesse ist dabei die Möglichkeit, Muskeln nur für einen kurzen Zeitraum gezielt zu entspannen. Dies könnte beispielsweise in Situationen interessant sein, in denen keine monatelange Muskelhemmung erforderlich oder erwünscht ist.
Diskutiert werden unter anderem Anwendungen im Zusammenhang mit der vorübergehenden Muskelruhigstellung während bestimmter Heilungsprozesse oder als mögliche Alternative bei speziellen medizinischen Fragestellungen.
Dabei muss jedoch klar zwischen wissenschaftlich untersuchten Einsatzmöglichkeiten und zugelassenen Indikationen unterschieden werden. Nicht jede theoretisch mögliche Anwendung ist gleichzeitig für Botulinumtoxin Typ E zugelassen.
Vor jeder Behandlung erfolgt zunächst eine ärztliche Untersuchung und Beratung. Dabei werden die Gesichtsanatomie, die Aktivität der mimischen Muskulatur und die Ausprägung der Falten beurteilt.
Anschließend wird festgelegt, ob Botulinumtoxin Typ E für das gewünschte Behandlungsziel geeignet ist.
Der Wirkstoff wird mit einer sehr feinen Nadel gezielt in die entsprechenden Muskeln injiziert. Die Behandlung selbst nimmt normalerweise nur kurze Zeit in Anspruch.
Eine Narkose ist nicht erforderlich. Die Einstiche werden von den meisten Patienten lediglich als kurzes Pieksen wahrgenommen.
Eine Besonderheit von Typ E ist der schnelle Wirkungseintritt. Klinische Untersuchungen zeigen bereits innerhalb der ersten 24 Stunden messbare beziehungsweise sichtbare Veränderungen.
Die stärkste Wirkung wird ungefähr nach einer Woche erreicht.
In den für die Zulassung maßgeblichen Studien zeigten sieben Tage nach der Behandlung 72,6 Prozent der mit Trenibotulinumtoxin E behandelten Patienten nach ärztlicher Beurteilung eine Verbesserung der Glabellafalten um mindestens zwei Schweregrade.
Genau hier liegt einer der wichtigsten Unterschiede zum bekannten Botulinumtoxin Typ A.
Typ E ist nicht auf eine möglichst lange Wirkung ausgelegt. Seine Besonderheit besteht gerade in der kurzfristigen Muskelentspannung.
Die Wirkung nimmt nach Erreichen ihres Maximums vergleichsweise schnell wieder ab. Die Muskelaktivität kehrt anschließend schrittweise zurück.
Wer dagegen ausdrücklich eine möglichst lang anhaltende Faltenreduktion wünscht, für den kann das etablierte Botulinumtoxin Typ A weiterhin die sinnvollere Behandlung sein.
Viele Patienten wünschen sich heute keine vollkommen bewegungslose Stirn oder einen starren Gesichtsausdruck. Vielmehr soll die störende Muskelaktivität reduziert werden, während das Gesicht weiterhin natürlich wirkt.
Entscheidend hierfür sind die richtige Indikation, Dosierung und exakte Platzierung der Injektionen.
Das besondere zeitliche Profil von Botulinumtoxin Typ E bietet zusätzlich den Vorteil, dass die Muskelhemmung nicht über viele Monate bestehen bleibt.
Auch Botulinumtoxin Typ E ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und sollte ausschließlich von entsprechend qualifizierten und erfahrenen Ärzten angewendet werden.
Nach einer Behandlung können beispielsweise vorübergehende Rötungen, kleine Schwellungen, Druckempfindlichkeit oder Blutergüsse im Bereich der Einstichstellen auftreten.
Zu den für Boey® beschriebenen möglichen Nebenwirkungen gehören unter anderem ein vorübergehendes Absinken des Augenlids oder der Augenbraue sowie Veränderungen der Augenbrauenposition.
Ob eine Behandlung durchgeführt werden kann, muss deshalb individuell ärztlich beurteilt werden. Bestimmte neuromuskuläre Erkrankungen sowie Infektionen oder Entzündungen im vorgesehenen Behandlungsbereich können beispielsweise gegen eine Anwendung sprechen.
Im Centrum für Ästhetische Medizin Dr. Alamouti in Bochum betrachten wir Botulinumtoxin Typ E nicht als Ersatz für das klassische Botulinumtoxin Typ A, sondern als zusätzliche Behandlungsoption mit einem anderen Wirkprofil.
Entscheidend ist die Frage, welches Ergebnis Sie sich wünschen und wie lange dieses bestehen soll.
Während Typ A insbesondere für eine längerfristige Reduktion mimischer Muskelaktivität geeignet ist, bietet Typ E die Möglichkeit einer schnellen und bewusst kurzfristigen Behandlung.
In einem persönlichen Beratungsgespräch können wir beurteilen, welche Variante für Ihre individuelle Gesichtsanatomie und Ihre Vorstellungen geeignet ist.
Botulinumtoxin Typ E revolutioniert als „Fast-acting“-Alternative den Markt der ästhetischen Medizin und wirft durch seine neuartigen Eigenschaften viele Fragen auf. Im Gegensatz zum klassischen Typ A zeichnet sich dieser Wirkstoff durch einen extrem raschen Wirkeintritt innerhalb weniger Stunden und eine kurze Haltbarkeit von rund ein bis zwei Wochen aus. Die folgenden Antworten klären die häufigsten Fragen zu den Besonderheiten, den idealen Einsatzbereichen und den Vorteilen dieser dynamischen Botox-Variante.
Beide Wirkstoffe reduzieren vorübergehend die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel. Der wichtigste Unterschied besteht im zeitlichen Wirkprofil. Typ E wirkt sehr schnell, aber wesentlich kürzer. Typ A setzt etwas langsamer ein und kann dafür mehrere Monate wirken.
Botox® ist ein Markenname für ein Präparat mit Botulinumtoxin Typ A. Bei Trenibotulinumtoxin E handelt es sich um einen anderen Botulinumtoxin-Typ mit einem eigenen Wirkprofil. Umgangssprachlich wird zwar häufig allgemein von „Botox“ gesprochen, medizinisch sollte zwischen den Wirkstoffen unterschieden werden.
Boey® mit dem Wirkstoff Trenibotulinumtoxin E besitzt seit Juli 2026 eine EU-weite Marktzulassung. Die zugelassene ästhetische Indikation umfasst die vorübergehende Verbesserung mittelstarker bis starker Glabellafalten bei erwachsenen Patienten, wenn diese einen wichtigen psychologischen Einfluss haben.
Eine Wirkung kann bereits innerhalb des ersten Tages erkennbar werden. (Quelle) - Die stärkste Wirkung wird typischerweise nach ungefähr sieben Tagen erreicht.
Typ E wurde gerade für eine kurze Wirkungsdauer entwickelt. Die Wirkung nimmt innerhalb weniger Wochen wieder ab. Damit unterscheidet sich die Behandlung deutlich von Typ A, dessen Wirkung normalerweise mehrere Monate bestehen kann.
Das kurze Wirkprofil kann insbesondere für Menschen interessant sein, die zunächst ausprobieren möchten, wie ihnen eine Reduktion der mimischen Muskelaktivität gefällt, ohne sich direkt für eine mehrere Monate anhaltende Wirkung zu entscheiden.
Derzeit bezieht sich die europäische Zulassung von Boey® auf mittelstarke bis starke Glabellafalten unter den definierten Zulassungsvoraussetzungen. Andere Regionen sollten daher nicht pauschal als zugelassene Anwendungsgebiete dargestellt werden. Ob und welche Behandlung medizinisch sinnvoll und rechtlich zulässig ist, muss der behandelnde Arzt individuell beurteilen.
Nicht grundsätzlich. Beide Typen besitzen unterschiedliche Vorteile. Wer eine möglichst lange Wirkung möchte, kann von Typ A profitieren. Wer dagegen einen sehr schnellen Wirkungseintritt und eine bewusst kurze Wirkdauer bevorzugt, für den kann Typ E interessant sein.
Botulinumtoxin-Behandlungen sind in der Regel mit keiner längeren Ausfallzeit verbunden. An den Einstichstellen können jedoch kurzfristig Rötungen, Schwellungen oder kleine Blutergüsse entstehen. Individuelle Verhaltensempfehlungen erhalten Sie nach der Behandlung.
Das lässt sich am besten anhand des gewünschten Ergebnisses, der Gesichtsanatomie, Muskelaktivität und gewünschten Wirkungsdauer entscheiden. In der persönlichen Beratung kann zwischen den verschiedenen Möglichkeiten abgewogen werden.
Das Team von Dr. Darius Alamouti berät Sie gern.
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