Eine Narbeneinziehung, medizinisch auch als Narbenretraktion bezeichnet, kann nach operativen Eingriffen, Verletzungen oder Entzündungen entstehen. Besonders häufig wird eine solche Einziehung im Bereich des Unterbauchs nach einem Kaiserschnitt wahrgenommen. Umgangssprachlich sprechen Betroffene dann häufig von einer eingezogenen Kaiserschnittnarbe, einer Kaiserschnittnarbe mit Delle oder einer sogenannten Kaiserschnittnarbe mit Überhang.
Charakteristisch ist, dass die Narbe nicht gleichmäßig auf dem Niveau der umgebenden Haut liegt, sondern sichtbar nach innen gezogen wird. Oberhalb oder unterhalb der Narbe kann dadurch eine Stufe, Falte oder kleine Vorwölbung entstehen. Selbst bei normalem Körpergewicht und sportlicher Aktivität lässt sich diese Konturveränderung häufig nicht vollständig beeinflussen, da ihre Ursache meist nicht allein im Fettgewebe liegt.
Eine mögliche Behandlung ist die Subcision. Dabei werden die festen Narbenstränge unterhalb der Haut gezielt gelöst. Besteht zusätzlich eine ungleichmäßige Fettverteilung am Unterbauch, kann die Narbenlösung mit einer lokalen Liposuktion kombiniert werden. Welche Methode geeignet ist, hängt von der individuellen Anatomie, der Hautqualität, dem Narbengewebe und der Ausprägung der Konturunregelmäßigkeit ab.
Bei einer Narbeneinziehung ist das Narbengewebe mit tieferen Gewebeschichten verwachsen. Während eine unauffällige Narbe auf dem Niveau der umgebenden Haut liegt und sich gegenüber dem Untergrund leicht verschieben lässt, ist eine retrahierte Narbe häufig fest mit dem Unterhautfettgewebe, der Bindegewebsschicht oder der darunterliegenden Faszie verbunden.
Diese Verwachsungen ziehen die Haut nach innen. Die dadurch entstehende Vertiefung kann je nach Körperhaltung und Spannung unterschiedlich stark sichtbar sein. Beim Stehen, Sitzen oder Anspannen der Bauchmuskulatur kann sich die Einziehung deutlicher abzeichnen.
Depressive oder eingezogene Narben entstehen grundsätzlich durch fibröse Gewebestränge, welche die Haut an tiefer gelegenen Strukturen fixieren. Die Subcision wurde entwickelt, um solche Verbindungen unterhalb der Haut zu lösen und das abgesunkene Gewebe anzuheben.
Nicht jede Kaiserschnittnarbe ist automatisch eingezogen. Eine Kaiserschnittnarbe kann beispielsweise verbreitert, gerötet, verdickt, verhärtet, unregelmäßig pigmentiert oder wulstig sein. Bei einer Narbenretraktion steht dagegen die feste Einziehung der Narbe in Richtung der tieferen Gewebeschichten im Vordergrund.
Typische Anzeichen einer eingezogenen Kaiserschnittnarbe sind:
Die Bezeichnung „Kaiserschnittnarbe“ beschreibt zunächst nur die sichtbare Narbe nach der Entbindung. Für die Behandlungsplanung ist entscheidend, ob tatsächlich eine tiefe Verwachsung, ein lokaler Fettüberschuss, überschüssige Haut oder eine Kombination dieser Faktoren besteht.
Nach jedem operativen Eingriff bildet der Körper Narbengewebe. Dieses Gewebe ersetzt die verletzten Strukturen und sorgt für einen stabilen Wundverschluss. Im Verlauf der Heilung können jedoch feste bindegewebige Verbindungen zwischen Haut, Unterhaut und tieferen Schichten entstehen.
Bei einem Kaiserschnitt werden mehrere Gewebeschichten eröffnet und anschließend wieder verschlossen. Während der Heilung kann die äußere Narbe mit darunterliegenden Strukturen verwachsen. Verkürzt sich das Narbengewebe zusätzlich, zieht es die Haut nach innen.
Wie stark sich eine Narbeneinziehung entwickelt, wird unter anderem beeinflusst durch:
Ein kleiner Fettüberschuss oberhalb der Narbe kann die Einziehung optisch verstärken. Die eigentliche Ursache liegt dann jedoch häufig in der Kombination aus einer fixierten Narbe und einer ungleichmäßigen Kontur des umliegenden Gewebes.
Die Subcision ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung eingezogener und am Untergrund fixierter Narben. Der Begriff leitet sich von „subcutaneous incisionless surgery“ ab und beschreibt das gezielte Lösen fibröser Narbenstränge unterhalb der Haut.
Über einen oder mehrere kleine Hautzugänge wird ein geeignetes Instrument in die Gewebeschicht unterhalb der Narbe eingeführt. Die festen Verbindungen zwischen Narbe und Untergrund werden kontrolliert durchtrennt oder gelöst. Dadurch kann sich das zuvor nach innen gezogene Gewebe anheben und wieder beweglicher werden.
Die Behandlung setzt somit nicht ausschließlich an der sichtbaren Hautoberfläche an. Sie behandelt gezielt die tiefer liegende Ursache der Einziehung. Die grundlegende Zielsetzung besteht darin, die fibrösen Verankerungen zu lösen, welche die Haut nach unten ziehen. Während der anschließenden Heilung kann sich in dem behandelten Bereich neues Bindegewebe bilden.
Vor der Behandlung wird die Narbe im Stehen und Liegen untersucht. Dabei werden die Verschiebbarkeit der Haut, die Tiefe der Einziehung, die Verteilung des Fettgewebes und ein möglicher Hautüberschuss beurteilt.
Hilfreich kann ein sogenannter Anhebetest sein: Lässt sich die eingezogene Narbe durch seitlichen Zug oder manuelles Anheben deutlich ausgleichen, spricht dies häufig dafür, dass feste Gewebestränge einen wesentlichen Anteil an der Konturveränderung haben. Die endgültige Beurteilung erfolgt jedoch immer durch eine ärztliche Untersuchung.
Die Behandlung kann abhängig vom Umfang unter örtlicher Betäubung, gegebenenfalls in Tumeszenzanästhesie oder mit einer anderen geeigneten Anästhesieform durchgeführt werden. Nach der Betäubung werden die Verwachsungen über kleine Zugänge gelöst. Ziel ist eine gleichmäßige Freisetzung der Narbe, ohne die Haut unnötig zu belasten.
Direkt nach der Subcision kann die Narbe bereits weniger tief erscheinen. Das unmittelbare Bild wird jedoch durch die lokale Betäubung, Schwellungen und mögliche Blutergüsse beeinflusst. Das Ergebnis sollte deshalb erst nach dem Abschwellen und nach fortgeschrittener Gewebeheilung beurteilt werden.
Nicht jede eingezogene Kaiserschnittnarbe lässt sich allein durch eine Subcision ausreichend behandeln. Häufig besteht zusätzlich ein lokales Fettdepot oberhalb oder seitlich der Narbe. Dieses kann einen kleinen Unterbauchüberhang verursachen und die stufenförmige Kontur verstärken.
In solchen Fällen kann eine ergänzende Liposuktion sinnvoll sein. Dabei wird nicht wahllos Fett abgesaugt. Vielmehr geht es um eine gezielte Angleichung der Gewebeübergänge rund um die Narbe. Die Liposuktion soll das umliegende Volumen so modellieren, dass nach der Lösung der Narbe eine harmonischere Unterbauchkontur entsteht.
Die Aufgaben der beiden Verfahren unterscheiden sich:
Die Subcision löst die Narbe vom tieferen Untergrund.
Die Liposuktion reduziert und modelliert störende Fettansammlungen im umliegenden Bereich.
Eine alleinige Fettabsaugung kann eine fest verwachsene Narbe in der Regel nicht lösen. Umgekehrt beseitigt eine Subcision keinen ausgeprägten Fettüberschuss. Deshalb muss vor der Behandlung genau geklärt werden, welcher anatomische Faktor für die sichtbare Stufe verantwortlich ist. Fachliteratur zu Unterbauchdeformitäten nach Kaiserschnitt beschreibt je nach Ausprägung unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, die von begrenzter Narbenkorrektur und Liposuktion bis zu umfangreicheren Bauchdeckenoperationen reichen können.
Eine Subcision mit gegebenenfalls ergänzender Liposuktion kann infrage kommen, wenn die Kaiserschnittnarbe deutlich eingezogen und am Untergrund fixiert ist. Besonders geeignet kann das Verfahren bei einer lokal begrenzten Konturunregelmäßigkeit sein, wenn kein größerer Hautüberschuss und keine ausgeprägte Erschlaffung der Bauchdecke vorliegen.
Günstige Voraussetzungen sind in der Regel:
Eine individuelle Beurteilung ist besonders wichtig, wenn weitere Schwangerschaften geplant sind. Eine erneute Schwangerschaft kann das Gewebe des Unterbauchs, die Hautspannung und die Narbenregion erneut verändern. Die Behandlung ist deshalb nicht grundsätzlich ausgeschlossen, ihr Zeitpunkt sollte jedoch sorgfältig besprochen werden.
Eine Subcision ist nicht für jede Veränderung am Unterbauch die richtige Behandlung. Bei starkem Hautüberschuss, einer ausgeprägten Erschlaffung der Bauchdecke, einer Rektusdiastase oder einem größeren sogenannten Kaiserschnittüberhang kann eine umfangreichere operative Korrektur geeigneter sein.
Mögliche Alternativen oder Ergänzungen sind:
Welche Methode das beste Verhältnis zwischen Aufwand, Narbenlänge und möglicher Verbesserung bietet, lässt sich nicht anhand eines Fotos allein sicher bestimmen. Entscheidend sind die Qualität der Haut, das Ausmaß der Verwachsung und die Beschaffenheit der tieferen Bauchdecke.
Die operative Narbenkorrektur kann sichtbare Narben zwar verbessern, aber nicht vollständig entfernen. Ziel ist grundsätzlich eine unauffälligere, weichere und besser an die Umgebung angepasste Narbe. Häufig werden verschiedene Techniken miteinander kombiniert.
Ziel der Behandlung ist eine weichere, beweglichere und weniger tief eingezogene Narbe. Gleichzeitig soll der Übergang zwischen Oberbauch, Narbe und Unterbauch gleichmäßiger erscheinen.
Wie deutlich die Verbesserung ausfällt, hängt unter anderem von der Tiefe und Länge der Verwachsung, der Hautqualität, der Menge des vorhandenen Fettgewebes und dem individuellen Heilungsverlauf ab. Eine vollständige Unsichtbarkeit der Kaiserschnittnarbe kann nicht garantiert werden.
Bei ausgeprägten Verwachsungen kann eine erneute Behandlung oder eine zusätzliche operative Narbenkorrektur erforderlich sein. In der Literatur zur Subcision wird ebenfalls beschrieben, dass bei unvollständiger Korrektur Wiederholungsbehandlungen oder die Kombination mit anderen Verfahren sinnvoll sein können.
Das endgültige Ergebnis entwickelt sich schrittweise. Schwellungen und Verhärtungen können die Kontur in der ersten Zeit unregelmäßig erscheinen lassen. Auch die innere Narbenheilung benötigt Zeit. Bei Narbenkorrekturen kann es mehrere Monate dauern, bis sich das Gewebe beruhigt und das Ergebnis zuverlässig beurteilt werden kann.
Nach dem Eingriff sind Schwellungen, Druckempfindlichkeit und Blutergüsse im behandelten Bereich möglich. Vorübergehend kann sich die Haut fester, unregelmäßig oder leicht taub anfühlen. Diese Veränderungen bilden sich im weiteren Heilungsverlauf meist schrittweise zurück.
Wurde zusätzlich eine Liposuktion durchgeführt, kann das Tragen einer Kompressionskleidung empfohlen werden. Sie unterstützt das Gewebe während der Heilungsphase und kann helfen, Schwellungen zu kontrollieren. Dauer und Art der Kompression richten sich nach dem Behandlungsumfang und den ärztlichen Vorgaben.
Körperliche Belastung, Sport, Sauna und direkte mechanische Reizung sollten zunächst vermieden werden. Wann berufliche und sportliche Aktivitäten wieder möglich sind, hängt vom Umfang des Eingriffs, der verwendeten Technik und der individuellen Heilung ab.
Auch eine vergleichsweise kleine Narbenkorrektur ist ein medizinischer Eingriff. Zu den möglichen Begleiterscheinungen und Risiken gehören:
Bei der Subcision hängt das Risikoprofil unter anderem von der behandelten Körperregion, der Tiefe, dem eingesetzten Instrument und der Erfahrung des Behandlers ab. Eine aktuelle Übersichtsarbeit weist darauf hin, dass insbesondere bei scharfen Instrumenten eine genaue Kenntnis der Anatomie und eine kontrollierte Vorgehensweise wichtig sind.
Eine sichtbare eingezogene Narbe der Bauchhaut darf nicht mit einem Defekt der inneren Gebärmutternarbe verwechselt werden. Ein solcher Defekt wird unter anderem als Kaiserschnittnische oder uterine Nische bezeichnet.
Während die äußere Narbenretraktion vor allem die Haut, das Unterhautfettgewebe und die Bauchwand betrifft, befindet sich eine uterine Nische an der Gebärmutter. Mögliche Beschwerden können ungewöhnliche Blutungen, Unterbauchschmerzen oder Schwierigkeiten bei einer erneuten Schwangerschaft sein. Solche Beschwerden sollten gynäkologisch abgeklärt werden. Eine Subcision der äußeren Hautnarbe behandelt keinen Defekt der Gebärmutterwand.
Vielen Frauen geht es genauso wie Ihnen: Eine eingezogene, verhärtete oder wulstige Kaiserschnittnarbe wirft häufig Fragen zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten auf.
Auch ältere, vollständig verheilte Narben können grundsätzlich behandelt werden. Bei lange bestehenden Narben sind die Verwachsungen teilweise besonders fest. Entscheidend ist daher nicht allein das Alter der Narbe, sondern ihre Beweglichkeit, Tiefe und Verbindung zum Untergrund.
Sport kann die Bauchmuskulatur kräftigen und die allgemeine Körperkontur verbessern. Fibröse Verbindungen zwischen der Narbe und tieferen Gewebeschichten lassen sich durch Training jedoch meist nicht lösen. Auch eine lokale Fettverteilung kann nur begrenzt durch gezieltes Training verändert werden.
Bei einer reinen Subcision wird die sichtbare Narbe normalerweise nicht herausgeschnitten. Behandelt werden vor allem die darunterliegenden Verwachsungen. Ist die Narbe zusätzlich verbreitert, stark verhärtet oder auffällig geformt, kann eine operative Entfernung mit anschließendem Neuverschluss sinnvoller sein.
Nein. Besteht ausschließlich eine feste Narbeneinziehung ohne störendes Fettdepot, kann eine Subcision allein ausreichend sein. Die Liposuktion kommt vor allem dann infrage, wenn Fettansammlungen oberhalb oder seitlich der Narbe die Konturunregelmäßigkeit verstärken.
Eine erneute Verklebung oder Einziehung ist möglich. Das Risiko hängt von der Ausprägung der ursprünglichen Verwachsung, der Operationstechnik, der Nachbehandlung und dem persönlichen Heilungsverhalten ab. Deshalb kann in einzelnen Fällen eine weitere Behandlung erforderlich sein.
Eine Narbeneinziehung am Unterbauch kann unterschiedliche Ursachen haben und sollte deshalb individuell untersucht werden. In einem persönlichen Beratungsgespräch lässt sich feststellen, ob eine Subcision ausreicht, eine ergänzende Liposuktion sinnvoll ist oder eine andere Form der Narbenkorrektur bessere Voraussetzungen bietet. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin und lassen Sie Ihre Kaiserschnittnarbe, die Gewebeverwachsungen und die Kontur des Unterbauchs fachärztlich beurteilen. Auf dieser Grundlage kann ein Behandlungsplan erstellt werden, der zu Ihrer Anatomie und Ihren persönlichen Vorstellungen passt.
Das Team von Dr. Darius Alamouti berät Sie gern.
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