Das Flush-Syndrom (v. engl. to flush = erröten, aufbrausen) bezeichnet eine anfallsartige, pathophysiologische Rötung der Haut, die meist mit einem intensiven Hitzegefühl einhergeht. Im Gegensatz zum emotionalen Erröten (Blushing) liegt dem Flush-Syndrom eine plötzliche, unwillkürliche Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilation) zugrunde. Klinisch gehört das Flush-Syndrom zum unmittelbaren Dunstkreis der Rosacea, tritt jedoch auch bei anderen organischen, biochemischen oder medikamentösen Prozessen auf.
Das Flush-Syndrom steht in einer engen medizinischen Wechselbeziehung zur Rosacea (Kupferrose). In der Dermatologie gilt der wiederkehrende Gesichtsflush als eines der typischsten Frühsymptome (Vorstadium) dieser chronisch-entzündlichen Hauterkrankung.
Durch die häufigen Flush-Attacken werden die feinen Gefäße im Gesicht immer wieder stark gedehnt. Mit der Zeit verlieren sie ihre Elastizität, verbleiben im erweiterten Zustand und führen schließlich zur permanenten Rötung und sichtbaren Äderchen (Couperose) – dem klassischen Krankheitsbild der Rosacea.
Ein Flush tritt meist akut auf und konzentriert sich primär auf die sogenannten „gute durchbluteten“ Areale des Körpers. Zu den Leitsymptomen gehören:
In der Medizin wird zwischen funktionellen (physiologischen) und pathologischen Ursachen unterschieden:
Die Behandlung des Flush-Syndroms erfolgt symptomorientiert und richtet sich strikt nach der diagnostizierten Ursache. Es kommen topische, systemische und apparative Verfahren zum Einsatz:
Zur lokalen Behandlung – besonders im Rosacea-Kontext – stehen verschreibungspflichtige Wirkstoffe zur Verfügung:
Bei hormonellen oder neurogenen Ursachen greift die innere Medizin auf orale Medikation zurück:
Sind durch die wiederkehrenden Flushs bereits dauerhafte Gefäßektasien (sichtbare rote Äderchen / Couperose) entstanden, kommen physikalische Verfahren zum Einsatz:
Wichtiger Hinweis für Patienten: Da das Flush-Syndrom sowohl ein harmloses Phänomen als auch das Leitsymptom einer beginnenden Rosacea oder einer anderen behandlungsbedürftigen Systemerkrankung sein kann, ist eine differenzialdiagnostische Abklärung zwingend erforderlich. Betroffene sollten die exakten Ursachen sowie die individuell passende Kombination aus Medikamenten, Cremes oder Laseranwendungen stets mit einem Facharzt (Dermatologen oder Internisten) besprechen.
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