







TV-Fernsehbericht über Hautkrebsrisiko am Strand von Mallorca 2006, PRO7 - taff
Alle Jahre wieder das gleiche Bild: Käseweiße Touristen aus ganz Deutschland treffen sich an den Traumstränden dieser Welt und starten einen Wettkampf und zwar in der Disziplin „Kampfbräunen". Schließlich will man ja auch brauner sein als sein Strandnachbar, und erst recht als der Arbeitskollege Zu Hause. Viele nehmen deswegen den ein oder anderen Sonnenbrand in Kauf, häufig mit fatalen Folgen.
Es ist zwölf Uhr Mittag. Erwachsene und Kinder, Hellhäutige sowie bereits Verbrannte brutzeln gnadenlos in der Sonne. Statt Sonnenschutz heißt das Motto hier: „Sonne satt"; Sonnenbrand inbegriffen.
Dr. Alamouti: „Die meisten sagen, Ich habe halt in jedem Sommer verbrannte Schultern und Nase, hach ja. Und nach zehn bis fünfzehn Jahren kommen sie zu uns und fragen warum sie denn Hautkrebs haben. Ich frage sie dann, wie oft sie Sonnenbrände erlitten haben, und sie antworten mir jedes Jahr im Urlaub auf der Nase und den Schultern. Und deswegen haben sie dort Hautkrebs, antworte ich ihnen."
Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 15.000 Menschen an Hautkrebs, nicht selten mit Todesfolge. Auch hier am Strand von Antalya findet der deutsche Dermatologe Dr. Darius Alamouti potentielle Patienten. Zum Beispiel diesen Sonnenanbeter, der noch nie in seinem Leben beim Hautarzt war.
Dr. Alamouti: „Er hat so schwarze Muttermale, die sind alle sehr auffällig. Eines dieser Muttermale entspricht mehreren Kriterien, es ist asymmetrisch, es wandert nach oben hin Richtung Schulter, das sind alles Zeichen dafür dass dieses Muttermal sehr aktiv ist.
Er muss speziell dieses Muttermal kontrollieren lassen.“
Frau des Betroffenen: „Unsere ganze Familie sagt ständig, er soll zum Hautarzt gehen, aber man kann ich nicht hintreiben.“
Der Betroffene: „Man denkt nicht daran. Einfach mal den Urlaub genießen.“
Selbst der scheinbar sichere Schatten ist nicht ganz ungefährlich. Grundsätzlich ist ein Schattenplatz zum Bräunen gut, aber auch nur mit zusätzlichem Sonnenschutz, denn selbst im Schatten wirkt die gefährliche UV-Strahlung auf die Haut ein, und kann zu Sonnenbränden und weiteren Hautschädigungen führen.
Dr. Alamouti: „Braunwerden ist ja eigentlich eine gute Funktion. Sie soll die Haut vor der Sonne schützen und deswegen bauen sich Pigmente auf. Der Fehler, den wir begehen, ist dass wir zu schnell da hochwollen, und die Haut kann nicht schnell genug ihre Bräune aufbauen und dann kommt es zu Verbrennungen.“
Wer nun hier am Strand auf einem Steg liegt, riskiert durch die Reflektion des Wassers erst recht einen Sonnenbrand. Die Bräune dieser Urlauberin sieht zwar für den Laien auf den ersten Blick gesund aus, jedoch nicht für den Experten.
Dr. Alamouti: „Schaut man sich solche Pigmente an der Außenseite der Unterarme an, womit der Körper einem sagen will, das er an dieser Stelle zuviel Sonne hat. Warum? Wenn man sich zum Beispiel die geschützte Arminnenseite dieser Dame ansieht, sieht man dass diese beinahe Pigmentlos sind.“
Urlauberin: „Gut, es ist zwar sehr gefährlich, aber man tut ja alles um gebräunt zu sein. Das ist sehr riskant.“
Trotzdem liegt die Frau, wie viele Urlauber auch in der gefährlichsten Zeit in der Mittagssonne. Das sollte man am besten vermeiden, in der Zeit zwischen zwölf und fünfzehn Uhr empfiehlt es sich stattdessen, wie die Südländer Siesta zu halten, und zwar mit den Kindern. Denn gerade die Kleinen haben erst recht nichts in der Mittagssonne zu suchen, und schon gar nicht ungeschützt.
Dr. Alamouti: „Es ist verantwortungslos wie die Eltern hier ihre Kinder herumlaufen lassen, ich sehe um mich herum nur sehr weiße Kinder, und die Eltern tun es doch alle Jahre wieder, Sie müssen jedoch wissen, dass die Fehler die wir begehen meist in der Kindheit zu finden sind. Die Haut Vergisst nichts, sie verbrennt, und Jahrzehnte später fragen wir uns, warum wir dieses oder jenes Hautleiden haben.“
Dr. Alamouti: „Er ist 24 und hat jetzt schon starke Pigmentstörungen, bleibende Hautveränderungen.“
Junger Mann: „Und das bleibt so?“
Dr. Alamouti: „Ja, das bleibt so“
Als ästhetischer Chirurg weiß Dr. Alamouti das solche Hautveränderungen im Gesicht oft zu starken psychischen Störungen führen können. Dabei könnte man diese Spätfolgen vermeiden, durch Sonnenbäder in Maßen, und die richtige Anwendung von Sonnencreme. Viele Urlauber machen den Fehler das sie sich erst vor Ort Eincremen, nur da wird die Creme durch Schweiß verdünnt beziehungsweise im Wasser gleich wieder abgewaschen. Selbst wenn sie wasserfest ist, ist der Lichtschutzfaktor nicht mehr gewährleistet.
Dr. Alamouti: „Der angegebene Lichtschutzfaktor auf der Tube, der ist wirklich nur vorhanden, wenn man sich so eincremt, dass man zumindest in den ersten paar Minuten auch weiß erscheint. So eine Schutzpackung, in der klassischen Größe von etwa 250ml die sollte nur drei bis vier Tage halten. Man muss sich also richtig ordentlich eincremen, die meisten kommen mit so einer Packung für die ganze Familie aus, vielleicht sogar über eine ganze Woche. Das wäre dann zu dünn und zu wenig eingecremt.“
Deswegen der Tipp des Dermatologen: „Genießen sie die Sonne nur in Maßen, tragen sie Sonnencreme großzügig auf, suchen sie in der Mittagszeit den Schatten auf. Nur wer sich langsam und schonend bräunt riskiert keine Verbrennungen. Nur so wird das Sonnenbad nicht zum Spiel mit dem Leben!"
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